Interview: Bitvavo x Acurast

Bitvavo
Bitvavo8. Juli 2026

Anlässlich der Listung von ACU auf Bitvavo haben wir mit Alessandro De Carli, CEO und Mitgründer von Acurast, über die Grundlagen des Projekts, die Herausforderungen, die es lösen will, und seine Zukunftsvision gesprochen.

Welchen beruflichen Hintergrund hast du und wie entstand die Idee zu Acurast?

Bevor ich in den Technologiesektor wechselte und mich später dem Blockchain-Bereich zuwandte, arbeitete ich bei Credit Suisse im Bereich mobile Sicherheit. Ich erkannte das enorme Potenzial, den Web3-Bereich mithilfe der bestehenden Sicherheitsfunktionen mobiler Hardware zu revolutionieren.

Was genau macht Acurast und welches Problem wollt ihr damit lösen?

Acurast baut eine dezentrale Cloud auf und nutzt alltägliche Smartphones, um sichere, vertrauenswürdige und erschwingliche Cloud-Infrastruktur bereitzustellen. Wir machen große Rechenzentren überflüssig und geben den Menschen die Macht zurück.

Wodurch unterscheidet sich Acurast wesentlich von anderen Projekten im Bereich Decentralized Compute (dezentrale Recheninfrastruktur)?

Während viele Projekte für dezentrale Rechenleistung ungenutzte GPU- oder CPU-Kapazitäten bündeln, verfolgt Acurast einen grundlegend anderen Ansatz: Wir nutzen Hardware, die praktisch jeder in der Tasche trägt – das Smartphone –, um unser eigenes überprüfbares globales Rechennetzwerk zu schaffen.

Mithilfe der in Smartphones integrierten Sicherheitshardware, der sogenannten Trusted Execution Environment (TEE), können wir standardmäßig Vertraulichkeit und kryptografische Ausführungsnachweise garantieren. Mit bereits über 257.000 angebundenen Smartphones in mehr als 175 Ländern ist dieses Skalierungs- und Vertrauensmodell schwer zu replizieren.

Kannst du ein konkretes Beispiel dafür nennen, wie Acurast in der Praxis eingesetzt wird?

Acurast stellt Rechenleistung bereit, die grundsätzlich für jede Art von Anwendungsfall genutzt werden kann. Aktuell sehen wir jedoch die größte Nachfrage im Bereich der KI-Datenerfassung, bei der KI-Agenten Rechenleistung benötigen, um auf Internetressourcen zuzugreifen.

Mit Acurast erhalten KI-Agenten sicheren Zugang, um reale Daten wie Nachrichten, Aktienkurse oder Markt- und Wettbewerbsdaten direkt aus dem Web zu sammeln. Dank der integrierten Sicherheitsmechanismen können diese Agenten sicher sein, dass die Daten nicht manipuliert wurden, wodurch die Notwendigkeit eines zentralen Vermittlers entfällt.

Was sind die wichtigsten Meilensteine, die ihr bisher erreicht habt?

Unser größter Meilenstein war der Mainnet-Launch zusammen mit dem Token Generation Event im Januar. Damit vollzogen wir den Übergang von einem Konzept zu einem vollständig gestarteten, dezentralen Netzwerk. Seitdem arbeiten wir an der Umsetzung unserer Roadmap-Meilensteine. Unser jüngster Erfolg ist Codename: Cargo. Cargo wurde kürzlich in unserem Canary-Netzwerk zum Testen gestartet und stellt einen bedeutenden Durchbruch in puncto Benutzerfreundlichkeit und Entwicklererfahrung dar. Es bietet im Wesentlichen einen dezentralen Virtual Private Server (VPS), das auf Smartphones basiert. Dadurch werden die Grenzen der Programmiersprache überwunden und eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle für Acurast eröffnet.

Welche Rolle spielt der ACU-Token innerhalb des Ökosystems?

Der ACU-Token bildet die wirtschaftliche Grundlage des Netzwerks. Ohne ihn kann das Netzwerk nicht betrieben werden. Entwickler verwenden ACU, um Anwendungen bereitzustellen, während Anbieter von Rechenleistung ACU als Vergütung für ihre Rechenleistung erhalten.

Darüber hinaus ermöglicht ACU die dezentrale Governance: Je mehr ACU man hält, desto größer ist der Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Netzwerks. Über unseren Staking-Mechanismus kann jeder zur Sicherheit des Netzwerks beitragen, indem er seine Token an Anbieter von Rechenleistung delegiert und so einen Anteil an deren Belohnungen erhält – ganz ohne eigene Hardware.

Kurz gesagt: Sämtliche Aktivitäten im Acurast-Netzwerk werden entweder durch ACU abgesichert oder benötigen ACU, um ein wirklich dezentrales und vertrauliches Rechennetzwerk zu betreiben.

Angesichts der Bedeutung sicherer und zuverlässiger Rechenleistung: Wie geht Acurast mit den Themen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Nutzervertrauen um, insbesondere beim Einsatz mobiler Hardware?

Sicherheit bildet die Grundlage von allem, was wir bei Acurast tun. In einem dezentralen Netzwerk müssen zwei Dinge gewährleistet sein: Erstens muss die bereitgestellte Rechenleistung echt sein, und zweitens darf die Person, die sie bereitstellt, weder die Daten einsehen noch manipulieren können.

Deshalb spielt die Hardware eine so zentrale Rolle. Die bereits erwähnte Trusted Execution Environment (TEE) ist im Wesentlichen ein sicherer, isolierter Chip, der in modernen Smartphones integriert ist. Jede Rechenaufgabe von Acurast wird über diese Umgebung ausgeführt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Ausführung weder manipuliert noch eingesehen werden kann – nicht einmal vom Besitzer des Smartphones.

Die Ergebnisse werden anschließend mithilfe des integrierten Hardware Security Modules (HSM) kryptografisch signiert. Dadurch entsteht ein überprüfbarer Nachweis, dass die Resultate nicht verändert wurden. Vereinfacht gesagt: Die Hardware schafft das Vertrauen, sodass du es nicht selbst aufbringen musst.

Was sind eure wichtigsten Prioritäten für die nächsten 6 bis 12 Monate?

Derzeit konzentrieren wir uns darauf, das Entwicklererlebnis weiter zu verbessern, zusätzliche Anwendungsfälle zu erschließen und leistungsfähigere Rechenaufgaben zu ermöglichen.

Einer unserer nächsten großen Meilensteine ist Codename: Bazaar. Damit werden Entwickler vorgefertigte Container erstellen, verteilen und direkt über Acurast monetarisieren können. Dies stellt einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung und Skalierung des Projekts dar.

Wie wird sich der Bereich Decentralized Compute (dezentrale Recheninfrastruktur) deiner Meinung nach in den kommenden Jahren entwickeln?

Da sich KI mit hoher Geschwindigkeit weiterentwickelt und zunehmend auf KI-Agenten basiert, steigt der Bedarf an Rechenleistung kontinuierlich an. Entsprechend wird auch die Nachfrage nach Rechenkapazitäten stark wachsen.

Gleichzeitig verlangen Unternehmen und Privatpersonen angesichts geopolitischer Entwicklungen mehr Transparenz darüber, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutz und vertrauliche Rechenumgebungen werden dadurch nicht länger ein optionales Extra sein, sondern eine Notwendigkeit.

Warum habt ihr euch für ein Listing auf Bitvavo entschieden und was bedeutet dieses Listing für eure Community?

Wir haben uns für Bitvavo entschieden, weil die Plattform zu den vertrauenswürdigsten und am stärksten regulierten Krypto-Börsen Europas gehört. Sie bietet unserer Community einen zuverlässigen und leicht zugänglichen Einstiegspunkt in ACU.

Durch das Listing können wir unsere Reichweite im europäischen Markt erweitern und es mehr Menschen ermöglichen, am Netzwerk teilzunehmen und dieses zu unterstützen.

Was war der Auslöser für die Entstehung eures Projekts? Gab es einen bestimmten Moment, eine Erkenntnis oder ein Problem, das euch dazu bewogen hat, Acurast aufzubauen?

Wir waren schon immer von der Idee einer crowdsourcierten Rechenleistung-Plattform fasziniert und haben die Entwicklung vieler dezentraler Rechennetzwerke aufmerksam verfolgt. Dabei sind uns immer wieder dieselben zwei Herausforderungen aufgefallen:

Erstens: Sicherheit. Wie kann man sicherstellen, dass die bereitgestellte Hardware tatsächlich existiert und nicht manipuliert wird?

Zweitens: Wirtschaftlichkeit. Mit Hyperscalern im Bereich klassischer Server-Hardware zu konkurrieren, ist ein schwieriges Unterfangen, da Dezentralisierung per Definition zusätzliche Kosten verursacht.

Smartphones lösen beide Herausforderungen: Die TEE gewährleistet Sicherheit von Grund auf, und da diese Geräte bereits verfügbar sind, müssen wir nicht selbst in die Hardware investieren. Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung von Acurast.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine Marketingmitteilung noch eine Empfehlung dar. Keiner der hierin enthaltenen Inhalte sollte als Anlageberatung oder als Ersatz dafür verstanden werden. Bitvavo übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Investitionen sind mit Risiken verbunden. Es besteht die Möglichkeit, das gesamte investierte Kapital zu verlieren.


Bitvavo B.V.

Das Trading mit Kryptowährungen birgt erhebliche Risiken. Kryptowährungen sind äußerst volatil und du kannst einen Teil oder den gesamten investierten Betrag verlieren. Die Informationen auf dieser Seite stellen keine Anlageberatung dar und sollten nicht als solche angesehen werden. Bitvavo B.V. ist gemäß der Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA) als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen von der Autoriteit Financiële Markten (AFM), Vijzelgracht 50, 1017 HS Amsterdam, zugelassen. Weitere Informationen findest du in unserer Risikoaufklärung.

Bitvavo ist bei der niederländischen Handelskammer unter der Nummer 68743424 registriert.