Ether (ETH) an einem wichtigen Wendepunkt

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Bitvavo13. Juli 2026

In der Vergangenheit ging einem breiteren Aufschwung bei Altcoins oft ein Kursanstieg von Ether (ETH) voraus. Ob diese Faustregel nach wie vor gilt, ist unklar. Eine Antwort darauf könnten die kommenden Monate liefern, sollte Ether aus seinem Abwärtstrend ausbrechen. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News. Außerdem erhältst du eine kurze Tour durch Asien, wo Krypto sowohl begeistert angenommen als auch gefürchtet wird.

Markt-Update

Ether, die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks, steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Um die Marke von 1.600 € laufen verschiedene Kursmuster zusammen: die absteigende Trendlinie vom Höchststand, die Zone, die im Februar Unterstützung bot und nun Widerstand bildet, sowie die gleitenden Durchschnitte der letzten 50 bis 70 Tage.

Dies deutet im Wesentlichen auf ein bärisches Setup hin, bei dem eine Fortsetzung des Abwärtstrends sehr wahrscheinlich ist. Ein Ausbruch von Ether nach oben wäre daher bedeutsam und ein erstes Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend beendet sein könnte. Ein höheres Hoch über 2.060 € Ende April, gefolgt von einem höheren Tief über 1.310 € am 6. Juni, würde dieses Bild bestätigen.

In der Vergangenheit führte Ether regelmäßig den Altcoin-Markt an. Stärke beim größten Altcoin war damals ein Zeichen für steigende Risikobereitschaft. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass der Zusammenhalt zwischen den Token im Altcoin-Markt abnimmt und die Preise zunehmend von den Einnahmen einzelner Projekte bestimmt werden. Dieser Zusammenhalt ist jedoch nicht völlig verschwunden: Ein Ausbruch bei Ether könnte durchaus das Startsignal für eine breiter angelegte Rallye sein.

Im Fokus

Asien: vom Stablecoin-Hype bis zum Komplettverbot

Wer diese Woche eine Krypto-Tour durch Asien unternimmt, wird vor allem feststellen, wie unterschiedlich die Länder mit derselben Technologie umgehen. Während ein Land an börsengehandelten Produkten und Zahlungsnetzwerken arbeitet, hält ein anderes die Technologie durch politische Maßnahmen zurück. Krypto ist dort zu einem Test geworden: Wie viel Raum lässt man Innovationen, ohne die Kontrolle über Geldströme und Steuern zu verlieren?

In Japan ist vor allem von Normalisierung die Rede. Finanzministerin Satsuki Katayama versprach letzte Woche, dass das Land die Gespräche über die Einführung von börsengehandelten Fonds (ETFs) mit Kryptowährungen als Basiswert fortsetzen wolle. Dies würde es Anlegern ermöglichen, über die Börse in Bitcoin und andere Kryptowährungen zu investieren, ohne diese selbst verwahren zu müssen. Dieser Ansatz passt zu Japan: vorsichtig und stark reguliert, aber zukunftsorientiert.

Südkorea beschäftigt sich derweil intensiv mit Stablecoins. Die koreanischen Entscheidungsträger beobachten, dass Stablecoins im benachbarten Japan mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. Die Zentralbank strebt daher eine rasche Schaffung eines Rechtsrahmens für Stablecoins in Won an, in dem Banken eine führende Rolle spielen sollen. Politiker sehen Chancen im Zahlungsverkehr, sind aber gleichzeitig besorgt über die Geldpolitik und deren Aufsicht. Die Botschaft: Innovation ist notwendig, muss aber innerhalb des bestehenden Finanzsystems stattfinden.

Kasachstan setzt verstärkt auf Wachstum. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat ein Dekret zur Förderung des Kryptomarktes unterzeichnet. Das Land will den Handel auf lizenzierte Plattformen verlagern, Steuervorteile einführen und Energie aus Gas- und Ölquellen für das Bitcoin-Mining nutzen. Kryptowährungen tauchen auch immer häufiger im täglichen Zahlungsverkehr auf. Banken kooperieren mit Börsen, um Zahlungen mit USDT zu ermöglichen.

In Malaysia wurden seit 2022 mehr als 75.000 Miner beschlagnahmt. Dafür waren rund 3.000 Razzien der Polizei nötig, bei denen insgesamt über 600 Personen festgenommen wurden. Die Maßnahmen richten sich gegen illegale Miner. Diese verursachen Probleme, weil sie massenhaft Strom abzapfen und Zähler manipulieren. Der Handel mit Kryptowährungen ist in Malaysia jedoch legal.

In Indien befinden sich Kryptowährungen seit 2018 in einer rechtlichen Grauzone. Damals machte das Gericht dem Vorhaben der Zentralbank, ein Komplettverbot einzuführen, einen Strich durch die Rechnung. Diese Entscheidung liegt bei der Politik. Ein Gesetzentwurf, der 2021 im Umlauf war, wurde nie konkret behandelt. Seitdem bleibt die Zentralbank als wichtigste Gegenstimme auf eine harte Linie drängen. Erst letzte Woche wiederholte sie ihre Bedenken zu Steuervermeidung, ausländischen Börsen, anonymen Wallets und Methoden zur Umgehung von Kapitalvorschriften.

Wie man sieht: Asien experimentiert, zähmt, beschleunigt und verbietet gleichzeitig. Japan agiert wie ein Wertpapiermarkt, Südkorea wie eine Bankennation, Kasachstan wie ein Wachstumszentrum, Malaysia wie ein Kontrollorgan für das Stromnetz und Indien wie eine Regulierungsbehörde, die die Kontrolle über die Geldströme nicht verlieren will. Die Technologie ist überall dieselbe, doch jedes Land projiziert seine eigenen Bedenken und Ambitionen darauf.

Weitere Nachrichten

  1. BNB Chain baut neues Netzwerk für den Handel durch KI-Agenten. Die neue Blockchain soll Anfang 2027 live gehen, mit Transaktionen, die innerhalb von 50 Millisekunden bestätigt werden. Ziel ist eine Handelserfahrung, die näher an eine zentrale Börse heranreicht, ohne dass Nutzer ihre Kryptowährungen bei einem Intermediär hinterlegen müssen. Das technische Design ist auf agentenbasierten Handel ausgerichtet und enthält Funktionen gegen unerwünschte Vorteilsnahme durch Transaktionsreihenfolge (MEV). Das geht zulasten der Transparenz: Ein öffentlicher Mempool fehlt im Design.

  2. Chainlink gewinnt als sichere Brücke zwischen Blockchain-Netzwerken an Boden. Seit Mai wechselten Projekte mit zusammen über 7,2 Milliarden $ an Kryptowährungen, darunter Kelp, Lombard, Solv und nun auch Mantle. Anlass ist eine Sicherheitslücke bei Konkurrent LayerZero, die Anfang des Jahres einen Schaden in Höhe von mehreren Hundert Millionen $ verursachte. Seitdem schauen Projekte genauer auf die Infrastruktur, über die ihre Token laufen. In den vergangenen Jahren erwiesen sich die sogenannten „Bridges“ dabei oft als schwächstes Glied.

  3. Circle darf als erster Stablecoin-Emittent eine nationale Trust Bank gründen. Am Freitag erhielt das Unternehmen dafür grünes Licht von der Aufsichtsbehörde OCC. Die neue Einheit trägt den Namen Circle National Trust und darf Kryptowährungen verwahren. Später könnte sie auch die Reserven hinter USDC unter bundesstaatlicher Aufsicht verwalten. Damit wird die Infrastruktur hinter USDC unabhängiger von einzelnen Bankpartnern. Für Circle ist das auch in Sachen Reputation ein Erfolg: Kein anderer Stablecoin-Emittent hat sich bislang so tief im US-Finanzsystem verankern können.

  4. Bitcoin bekommt „möglicherweise“ einen Platz in Trump Accounts. Am 4. Juli wurden in den USA die Türen zu einem neuen Anlagekonto-Typ für Kinder geöffnet: den Trump Accounts. Wer für sein Kind ein Konto eröffnet, erhält vom Staat ein Geschenk von 1.000 $. Dell-Gründer Michael Dell hat zusätzlich 250 $ Startkapital zugesagt. Das Guthaben auf dem Konto wird automatisch investiert, zunächst nur in einen Fonds, der den S&P 500 abbildet. Ob auch Bitcoin dort einen Platz bekommt? Trump ließ bei der zugehörigen Pressekonferenz durchblicken, dass da noch etwas passieren könnte.

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