Altcoins auffällig stark in ruhiger Phase
Auf dem Kryptomarkt war es die vergangene Woche ruhig. Der Bitcoin-Kurs schwankte um 67.000 €, und auch viele Altcoins hielten sich gut. Und das, während es außerhalb des Kryptomarkts turbulent zugeht. Der Ölpreis steigt aufgrund zunehmender Unruhen im Nahen Osten. Das erhöht die Inflationserwartungen und setzt die Zinssätze unter Druck. Der US-Finanzminister versucht, das Feuer zu löschen – aber gelingt ihm das? Mehr dazu liest du in dieser Ausgabe der Market News.
Markt-Update
Zwischen dem 17. und 21. August verzeichnete Bitcoin einen Kursanstieg von 25 % und kletterte von 54.000 € auf 67.000 €. Alle Marktsegmente – Spotmarkt, Futures und ETFs – waren an diesem Anstieg beteiligt. Auch alle Regionen der Welt trugen dazu bei. Ein klares Signal für einen gestiegenen Optimismus der Anleger im Vergleich zu den Vormonaten.
Seitdem bewegt sich der Kryptomarkt seitwärts. Der Bitcoin-Kurs stieg am 3. September leicht auf ein vorläufiges Hoch von 70.750 €. Ein Ausbruch oder eine neue Aufwärtsphase sind jedoch noch nicht in Sicht. Der Kurs liegt aktuell wieder bei rund 67.000 €.
Auffällig ist, dass viele Altcoins eine mindestens ebenso gute Performance zeigen. Der ETH-Chart sieht besser aus als der von BTC. Der Kurs liegt deutlich über den Höchstständen vom März, April und Mai, die alle um die 2.050 € lagen. Die vorläufige Obergrenze liegt bei 2.180 €. ETH erreicht diese Marke fast täglich, der Tagesschlusskurs liegt jedoch konstant darunter.
Ether bewegt sich aktuell zwischen den kurzfristigen Durchschnittswerten dieser Rallye und der Marke von 2.180 €. Anleger würden einen Ausbruch nach oben bevorzugen. Ein Kursrückgang liefert jedoch ebenfalls interessante Informationen. Liegt der nächste Tiefpunkt höher als das Juni-Tief von 1.310 €? Falls ja, ist das ein Signal, dass ETH eine neue Bullenmarktphase begonnen hat.
Im Fokus
Bessent gerät in Konflikt mit dem Anleihenmarkt
In einem Casino darfst du durchaus gewinnen. Mit etwas Glück verlässt du es mit mehr Geld, als du mitgebracht hast. Für das Casino ist das kein Problem: Solange genug Menschen weiterspielen, gewinnt am Ende immer das Haus.
Diese Position gefällt Scott Bessent. Der US-Finanzminister sprach vergangenen Dienstag an einer Universität in Texas über seinen Informationsvorsprung gegenüber Devisenhändlern. Wenn Japan eingreift, um den Yen zu stützen, weiß er ziemlich genau, was die Behörden vorhaben – schließlich spricht er selbst mit ihnen. „I am the house now“, sagte er.
1992 arbeitete Bessent für George Soros, als dieser gegen das britische Pfund spekulierte. Großbritannien versuchte, seine Währung im europäischen Wechselkurssystem zu halten, musste aber am 16. September aufgeben. Soros setzte auf den Verlust und verdiente damit gut eine Milliarde Dollar. Bessent gehörte zu den Gewinnern.
Gut dreißig Jahre später sind die Rollen vertauscht. Jetzt muss Bessent Anleger davon überzeugen, dass die US-Regierung die Lage im Griff hat. Doch egal wie gut seine Informationen sind: Er entscheidet nicht, wo andere ihr Geld anlegen.
Das wurde vergangene Woche schmerzlich klar. Die Zinsen auf langlaufende US-Staatsanleihen steigen. Das macht Kredite teurer – für den Staat, für Unternehmen und für Hauskäufer. Bessent versucht, diese Zinsen zu drücken, unter anderem indem er bestehende Staatsanleihen zurückkauft.
Diese Rückkaufprogramme gibt es schon länger, doch Bessent weitet sie aus. Im August stieg die Obergrenze für langlaufende Anleihen von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden $. Für die letzte Runde standen sogar bis zu 6 Milliarden $ bereit.
Die Anleger sind trotzdem nicht beeindruckt. Investmentbanken hatten mit einem größeren Eingriff gerechnet. Das Ergebnis: Anleihen wurden verkauft, und die Zehnjahresrendite stieg auf etwa 4,85 %. Bessent bot selbstbewusst mehr an – und bekam genau das zurück, wogegen er kämpft: höhere Zinsen.
Das befeuert auch den sogenannten Debasement Trade, der zuletzt wieder Aufmerksamkeit bekommt. Dabei investieren Anleger in knappe Vermögenswerte wie Gold und Bitcoin – aus Sorge, dass wachsende Staatsschulden am Ende nur durch immer wertloseres Geld tragbar bleiben.
Bessents Rückkaufprogramm ist an sich keine Geldentwertung. Aber sein Ringen zeigt, warum diese Erzählung Anklang findet. Auf die Menge der Dollar hat Washington großen Einfluss. Auf die Ausgabe von Bitcoin nicht.
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