Bitcoin: höchster Monatsschluss seit sieben Monaten
Der August war ein starker Monat für den Kryptomarkt. Erste Anzeichen einer Trendwende sind erkennbar. Allerdings müssen noch einige Hürden überwunden werden, bevor die positive Entwicklung endgültig einsetzt. Wir können uns also auf einige spannende Wochen freuen. In dieser Ausgabe der Market News werfen wir außerdem einen Blick auf Asien, wo die Integration von Kryptowährungen in die traditionelle Finanzwelt deutlich an Fahrt aufgenommen hat.
Markt-Update
Am vergangenen Dienstag erzielte Bitcoin erstmals in diesem Bärenmarkt einen positiven Monatsabschluss. Im August stieg der Kurs um 24 % von 54.500 € auf 67.600 €. Dies ist ein schönes Spiegelbild des Juni, als der Kurs um knapp 20 % fiel.
Es handelt sich um den höchsten Monatsabschluss seit sieben Monaten; nur im Januar lag er etwas höher. In früheren Marktzyklen bedeutete dies stets, dass der Tiefpunkt des Bärenmarktes erreicht war. Dies gilt auch für den Anstieg des RSI im Monatschart von unter 50 auf über 50.
Sollte sich der Juli tatsächlich als Tiefpunkt des Bärenmarktes erweisen, würde dies einen hervorragenden Monatschart ergeben. Die Zone um 50.000 € würde die Höchststände des Bullenmarktes im Jahr 2021, die Konsolidierung im Sommer 2024 und den Tiefpunkt des Bärenmarktes im Jahr 2026 umfassen. Eine sinnvolle Abfolge von Widerstand, Ausbruch und Test der Unterstützung. Ein solider Ausgangspunkt für einen Bullenmarkt.
So weit sind wir noch nicht. Im Monatschart müssen wir uns noch mit zwei wichtigen Niveaus auseinandersetzen: dem Höchststand vom Mai 2026 bei 70.300 € und dem gleitenden 12-Monats-Durchschnitt bei 69.000 €. In den drei Wochen bis zum Monatsende bleibt abzuwarten, ob der August den Beginn der Trendwende markierte oder lediglich eine starke Rallye in einem Bärenmarkt war.
Im Fokus
Asien bringt Finanzmärkte auf die Blockchain
Viele Nachrichten, die dich in Deutschland erreichen, stammen aus dem Westen. Das bedeutet aber nicht, dass die Welt im Osten stillsteht. Im Gegenteil.
Nehmen wir beispielsweise Südkorea. Letzte Woche präsentierte die dortige Aufsichtsbehörde einen Fahrplan, um künftig nicht nur Security-Token, sondern auch Aktien, Anleihen und andere Finanzprodukte auf die Blockchain zu bringen. Erste Experimente hierzu sollen ab dem nächsten Jahr schrittweise starten. Langfristig könnte die gesamte Transaktion, vom Kauf bis zur Abwicklung, auf Blockchain-Netzwerke verlagert werden. Stablecoins würden dabei eine führende Rolle spielen.
Einige tausend Kilometer entfernt beschreitet Singapur einen ähnlichen Weg. Die Stadt arbeitet an einem Gesetz, das Stablecoins einen offiziellen Platz im Finanzsystem einräumt. Dazu gehören die Bedingungen, die wir aus Europa und den USA kennen: vollständige Reserven, Lizenzen und klare Befugnisse zum Einfrieren oder Sperren verdächtiger Vermögenswerte.
Taiwan konzentriert sich vor allem auf die praktische Anwendung. Dort werden Stablecoins explizit als mögliche Lösung für internationale Zahlungen in der Chipindustrie genannt. Fabriken und Zulieferer arbeiten rund um die Uhr, doch Banken schließen jeden Freitagnachmittag. Programmierbares Geld soll diese Lücke schließen, so die Idee.
In Thailand werden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Das Land zählt zu den größten Kryptomärkten weltweit, kämpft aber gleichzeitig mit Tausenden von Kryptokonten, die als Mittelsmänner für Online-Betrug missbraucht werden. Kryptounternehmen müssen dort künftig auch die Identität des Empfängers bei Transaktionen auf persönliche Wallets überprüfen – eine Maßnahme, die 2024 auch in der EU eingeführt wurde.
Der gemeinsame Nenner: Asien integriert Kryptowährungen in das bestehende Finanzsystem. Ähnlich wie in der EU und den USA scheint das Motto zu lauten: Die Technologie ist sehr willkommen, die damit einhergehende Anarchie jedoch nicht.
Weitere Nachrichten
Investoren lassen wieder deutlich mehr Geld in den südostasiatischen Kryptosektor fließen. Blockchain-Unternehmen der Region haben in diesem Jahr bereits 680 Millionen $ eingesammelt – mehr als doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025. Auffällig ist jedoch der Rückgang der Anzahl der Finanzierungsrunden von 46 auf 25. Zudem stammen fast 60 % des eingesammelten Kapitals aus einer einzigen Runde: Crypto.com sammelte im Juli 400 Millionen $ ein. Das Kapital kehrt also zurück, konzentriert sich aber hauptsächlich auf eine kleinere Gruppe etablierter Unternehmen. Singapur bleibt der attraktivste Standort.
Die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold erreichte den höchsten Stand seit 2020. Die 90-Tage-Korrelation stieg im August, nachdem beide Anlageklassen aufgrund erneuter Sorgen um Finanzrepression an Popularität gewonnen hatten. Gleichzeitig fiel die Korrelation mit dem Nasdaq auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr, und Bitcoin blieb negativ mit dem US-Dollar korreliert. Laut Bitwise halten Investoren Bitcoin zunehmend neben Gold, um sich gegen die Abwertung staatlicher Gelder abzusichern.
Ein Konsortium aus 21 großen Finanzinstituten plant die Einführung eines Dollar-Stablecoins. Zu den beteiligten Banken gehören Goldman Sachs, Bank of America, Citi, Deutsche Bank und UBS. Sie gründen noch in diesem Jahr ein neues Unternehmen und peilen die Einführung in der ersten Hälfte des Jahres 2027 an. Bei der ersten Ankündigung im Oktober letzten Jahres umfasste das Konsortium lediglich zehn Banken. Nach dem Dollar ist auch ein Euro-Stablecoin geplant. Die Coins sollen unter anderem für grenzüberschreitende Zahlungen verwendet werden.
Der Datenverlust beim Hardware-Wallet-Hersteller Trezor erweist sich als deutlich umfangreicher als erwartet. Im vergangenen Monat meldete Trezor, dass Daten von fast 12.000 Kunden über den Versandpartner ShipMonk abgegriffen wurden. Nun scheint es, dass weitere 67.000 US-amerikanische Kunden betroffen sind. Zu den gestohlenen Daten gehören Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Wohnadressen. Auffällig ist, dass Trezor wiederholt von ShipMonk die Bestätigung erhielt, dass ältere Bestelldaten gelöscht worden seien. Die Wallets und Systeme von Trezor selbst waren nicht betroffen. Achte in der kommenden Zeit besonders auf gezielte Phishing-Angriffe.
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