Bitcoin sendet vorsichtiges Bullenmarkt-Signal
Einige Altcoins erreichten kürzlich Rekordpreise, und auch für Bitcoin zeichnet sich ein wichtiger Wendepunkt ab. Dies ist bemerkenswert, da der Kryptomarkt viele Gründe für Vorsicht hat: von geopolitischen Unruhen bis hin zu steigenden Zinsen. Auch aus Washington kam ein Rückschlag, der jedoch weniger lähmend wirkt als befürchtet. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.
Markt-Update
Der Kryptomarkt blickt auf eine positive Woche zurück. Der Bitcoin-Kurs stieg um 7 % von 66.200 € auf einen Wochenschlusskurs von 70.700 €. Erstmals seit November lag der Wochenschlusskurs an allen Börsen und in allen wichtigen Währungen über dem 50-Wochen-Durchschnitt.
Die letzte große Hürde ist der Höchststand vom 6. Mai bei 83.000 $ bzw. 70.200 €. Ein deutlich höherer Höchststand und eine Akzeptanz oberhalb dieses Preises wären wichtige Signale. Die meisten Anleger werden den Kryptomarkt dann als Beginn eines neuen Bullenmarktes betrachten.
Einige Altcoins zeigen ein noch optimistischeres Bild als Bitcoin. ETH und SOL liegen bereits deutlich über ihren lokalen Höchstständen vom April und Mai. HYPE erreichte letzte Woche sogar ein Allzeithoch.
Diese positive Stimmung ist bemerkenswert angesichts der makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten. Höhere Ölpreise, höhere Inflation und höhere Zinsen wirkten in der Vergangenheit regelmäßig als starke Bremse für den Kryptomarkt. Letzte Woche scheiterte der Clarity Act auch im US-Senat. Ein Rückschlag, könnte man sagen, aber die Anleger scheinen das nicht zu stören.
Im Fokus
Kein Clarity Act, aber Klarheit
Das muss ein wenig wehgetan haben: Nach jahrelangen Treffen, Debatten und Verhandlungen scheiterte der Clarity Act am vergangenen Dienstag im US-Senat. 60 Ja-Stimmen waren nötig, um den Gesetzentwurf in die nächste Phase zu bringen. Das Endergebnis: 49 Ja-Stimmen und 50 Nein-Stimmen. Kein einziger Demokrat unterstützte den Gesetzentwurf. Selbst drei Republikaner konnten ihm nicht zustimmen.
Die Verhandlungen dauerten bis zur Abstimmung an. Die Emotionen kochten hoch, und beide Lager beschuldigten sich gegenseitig, die Einigung platzen zu lassen. Doch es gibt auch etwas Positives: Offenbar wurde bis zum letzten Moment versucht, eine Einigung zu erzielen.
Formal ist der Clarity Act noch nicht endgültig gescheitert. Theoretisch könnten die Verhandlungen über den Inhalt einfach fortgesetzt werden. Praktisch richten sich jedoch alle Augen nun auf die bevorstehenden Zwischenwahlen, bei denen die Verteilung der Sitze im Kongress auf dem Spiel steht. Die politische Energie konzentriert sich jetzt also woanders hin. Aus diesem Grund liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Gesetzentwurf 2026 noch verabschiedet wird, laut Prognosemärkten bei mageren 7 %.
Da der Senat derzeit andere Prioritäten hat, arbeiten die beiden wichtigsten US-Regulierungsbehörden, die SEC und die CFTC, selbst an entsprechenden Regelungen. Obwohl sie diese nicht in Kraft setzen können, wird dies für mehr Klarheit am Markt sorgen. Und die Vorsitzenden der Regulierungsbehörden lassen keine Zeit verstreichen.
Am Donnerstag präsentierte die SEC ihre Innovation Exemption. Dank dieser Ausnahme wird der Handel mit On-Chain-Aktien – wenn auch unter bestimmten Bedingungen – möglich. Vorsitzender Atkins stellte in seiner Präsentation einen expliziten Zusammenhang zwischen dieser Regelung und dem Scheitern des Clarity Act her und gab ein Versprechen ab: Er wolle im Rahmen seiner bestehenden Befugnisse die amerikanischen Kapitalmärkte on-chain bringen.
Auch die CFTC scheint nun aktiv zu werden. Die Regulierungsbehörde hat dem Weißen Haus ein neues Regulierungspaket zur Prüfung vorgelegt. Vermutlich wird dies Unternehmen wie Hyperliquid die Möglichkeit geben, einen Teil ihrer Dienstleistungen auf dem US-Markt anzubieten.
Die Blockade im Gesetzgebungsprozess ist ein gefundenes Fressen für Journalisten – voller Kontroversen und Sündenböcke. Das Wall Street Journal eröffnete den Angriff auf Brian Armstrong. Doch die gegenseitigen Schuldzuweisungen wirken nun etwas überflüssig, da die Regulierungsbehörden mit voller Kraft voranschreiten.
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