ETF-Zuflüsse durchbrechen die Stille am Markt

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Bitvavo10. Aug. 2026

Der Kryptomarkt befindet sich eindeutig im Sommermodus. Der Bitcoin-Kurs lässt sich kaum von der Stelle bewegen, selbst wenn andere Märkte deutlich in Bewegung sind. Dennoch gibt es erste Anzeichen für eine sich verändernde Dynamik. So haben ETF-Investoren erneut Interesse bekundet, und auch die Weiterentwicklung von Ethereum wird diskutiert, was zu einem brisanten Vorschlag geführt hat. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.

Markt-Update

Bitcoin bewegt sich seit einigen Wochen seitwärts – 54.500 € wirken dabei wie ein unsichtbarer Anker. Zwischendurch rutscht der Kurs kurz Richtung 51.000 € ab, dann wagt er wieder einen Blick auf rund 58.000 €. 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Sommer weniger volatil ist. Dies gilt in der Regel für den gesamten Finanzmarkt. Daher ist es auffällig, dass sich andere Märkte teilweise erheblich bewegten. Bitcoin entkam dem Einbruch, als die Aktienmärkte korrigierten, entging aber auch der Erholung.

Dennoch passt es zu dem Charakter, den Bitcoin seit dem Tiefpunkt Ende 2022 gezeigt hat. Auf einen kurzen, starken Impuls folgen oft Wochen oder Monate seitwärts gerichteter Preisbewegungen. Seit Anfang Juni bewegt sich Bitcoin in einer Preisspanne von etwa 15 %, wobei etwa 70 % des Volumens im Bereich zwischen 53.000 und 56.500 € liegen.

Das Bild, das Bitcoin vermittelt, passt auch zu der Phase, in die der Bärenmarkt eingetreten ist. Ereignisse in den Nachrichten scheinen von Anlegern ignoriert zu werden, egal ob sie gut oder schlecht sind. Deshalb liegt der Fokus verstärkt auf Signalen, die auf neue Bewegung hinweisen.

Letzte Woche fielen die Geldflüsse in amerikanische Bitcoin-Börsenfonds auf. Insgesamt sammelten sie 853 Millionen $. An allen Handelstagen gab es einen Zufluss. Warum fällt das auf? Das letzte Mal geschah dies in der Woche vom 20. April, also vor fast vier Monaten.

Im Fokus

Leidet Ethereum unter zu viel Staking?

Wer ETH staket, trägt zur Sicherheit des Ethereum-Netzwerks bei und erhält dafür eine Belohnung. Aktuell befindet sich etwa ein Drittel aller Ether, rund 40 Millionen ETH, im Staking. Dies macht einen Angriff auf das Netzwerk extrem kostspielig. Mehr Staking klingt daher zunächst positiv.

Laut einer Gruppe von sechs Ethereum-Forschern, darunter Justin Drake, gibt es jedoch eine Grenze. Ab einem gewissen Punkt trägt jedes zusätzlich gestakte Ether kaum noch etwas zur Sicherheit bei. Das Netzwerk ist bereits so teuer anzugreifen, dass zusätzliches Kapital kaum einen Unterschied macht.

Gleichzeitig nehmen laut den Forschern die Nachteile zu. Viele ETH werden über große, sogenannte Liquid-Staking-Anbieter gestakt. Mit deren wachsendem Anteil kann sich der Einfluss zunehmend auf wenige Akteure konzentrieren. Einzelne Staker spielen dann eine geringere Rolle. Ethereum wird zwar wirtschaftlich etwas sicherer, ist dadurch aber anfälliger für die Folgen der Zentralisierung.

Um dem entgegenzuwirken, liegt nun ein neuer Vorschlag vor: Tapered Issuance Burn. Die Idee ist, dass die Belohnung für Validatoren sinkt, je größer der Anteil des gesamten ETH-Bestands ist, der gestakt wird. Ein zunehmend größerer Anteil neu ausgegebener ETH würde verbrannt. Bei einer Staking-Rate von etwa 50 % verschwindet die Belohnung für neue ETH schließlich vollständig. Einnahmen aus Transaktionsgebühren und anderen Quellen bleiben erhalten.

Dem Vorschlag zufolge soll die Änderung schrittweise über 18 Monate eingeführt werden. Bislang ist noch nichts entschieden. Der Plan wurde den Ethereum-Entwicklern letzte Woche erstmals als potenzieller Kandidat für ein zukünftiges Upgrade vorgestellt.

Dies löste eine lebhafte Debatte über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Idee aus, die teilweise in den sozialen Medien geführt wird. Weniger neue ETH könnten die Ether-Inflation weiter reduzieren und unter bestimmten Umständen sogar zu einem sinkenden Angebot führen. Dies könnte sich positiv auf den ETH-Preis auswirken.

Andererseits ist die Staking-Rendite genau eines der Merkmale, die ETH für Investoren attraktiv machen. Sinkt diese Rendite, könnte ein Teil des Kapitals anderweitig Rendite suchen.

Welche Kraft letztendlich die Oberhand gewinnt, lässt sich im Voraus schwer vorhersagen. Bislang kommt die Kritik überwiegend von außerhalb der Forschungsgruppe. Der Vorschlag zeuge von wenig Verständnis für die Zusammenhänge, komme zum falschen Zeitpunkt und beinhalte das Verändern von Stellschrauben, die keineswegs falsch eingestellt seien. Mit anderen Worten: Die meisten Anleger sind von der eingeschlagenen Richtung alles andere als überzeugt.

Weitere Nachrichten

  1. Auch Wells Fargo führt Bankeinlagen auf der Blockchain ein. Die US-Bank bietet ab Herbst sogenannte tokenisierte Einlagen an, zunächst für US-Dollar und britische Pfund. Kunden können damit rund um die Uhr programmierbare Geldbeträge transferieren. Das System läuft jedoch auf einer eigenen, privaten Blockchain. Damit bleibt Wells Fargo im traditionellen Wall-Street-Bereich: Die Bank nutzt neue Technologien, um bestehende Bankdienstleistungen effizienter zu gestalten. Der Schritt hin zu einer offenen, dezentralen Finanzinfrastruktur ist aber nicht ausgeschlossen.

  2. Samsung vertieft seine Beziehung zur Kryptowelt. Der südkoreanische Konzern hat eine Beteiligung an Dunamu übernommen, dem Unternehmen hinter der Kryptobörse Upbit. Analysten bringen diese Investition mit Samsungs früheren Plänen in Verbindung, Stablecoins über seine Smartphones verfügbar zu machen. Mit Hunderten von Millionen Geräten im Umlauf könnte Samsung sich damit zu einer wichtigen Vertriebsschicht für digitales Geld entwickeln. Wie konkret diese Verknüpfung wird, ist noch unklar.

  3. Die Quartalszahlen zeigen, dass sich Strategy zunehmend defensiver aufstellt. Im vergangenen Quartal gelang es noch, die Bitcoin-Position um 11 % zu vergrößern. Gleichzeitig wurde der Einsatz von wandelbaren Schuldtiteln reduziert und die Dollarreserve erhöht. Diese Woche verkaufte Strategy zudem Bitcoin, um zusätzliche Liquidität aufzubauen und STRC zurückzukaufen. Der Gedanke dahinter: weniger Abhängigkeit von Schulden und ausreichende Barmittel sollen zeigen, dass das Unternehmen auch bei einem schwachen Bitcoin-Markt finanziell stabil bleibt. Einige Analysten bringen das mit dem Wunsch in Verbindung, in den S&P 500 aufgenommen zu werden.

  4. Cloudflare baut Zahlungsinfrastruktur für KI-Agenten auf. Mit Cloudflare Wallets erhalten Agenten künftig eine eigene virtuelle Wallet, mit der sie selbstständig Zugang zu APIs, Daten und anderen Online-Diensten kaufen können. Zahlungen laufen über Kryptowährungen (Stablecoins) und das x402-Protokoll. Der Besitzer kann Ausgabenlimits und die Größe von Transaktionen festlegen. Vorerst können Nutzer nur einen Wallet-Namen reservieren. Der vollständige Zugang folgt in den kommenden Monaten.


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