Bitcoins größter Wochenanstieg aller Zeiten
Der Kryptomarkt hat sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändert. Nach monatelangem Bärenmarkt wagen Anleger nun wieder einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Handelt es sich lediglich um eine starke Rallye oder stehen wir am Beginn einer neuen Phase? Für Strategy scheint jedenfalls eine neue Ära angebrochen zu sein. Das Unternehmen wandelt sich vom passiven Investor zum aktiven Vermögensverwalter. Lies dazu mehr in dieser Ausgabe der Market News.
Markt-Update
In der Woche vom 16. bis 23. August stieg der Bitcoin-Kurs um 23 % – von 54.300 € auf 66.500 €. Prozentual gesehen ist dies der größte Anstieg seit März 2023, als der Kurs nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank innerhalb einer Woche von 20.700 € auf 26.200 € sprang. In Euro ausgedrückt ist es sogar der größte wöchentliche Anstieg, den es je gab.
In den darauffolgenden Tagen hielt sich der Bitcoin-Kurs stabil und stieg in kleinen Schritten auf ein Hoch von 69.900 €. Dieser Wert liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt und dem volumengewichteten Durchschnitt (VWAP) des Höchststandes des vorherigen Bullenmarktes. Das ist ein deutlicher Angriff auf den Abwärtstrend dieses Bärenmarktes.
Wir haben unser Ziel jedoch noch nicht erreicht. Wir notieren weiterhin unter dem Höchststand von 70.300 € vom 6. Mai, dem vorherigen Wochenhoch. Bislang haben wir noch keinen Wochenschlusskurs über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei aktuell 69.700 € gesehen. Sollte es zu einem überzeugenden Ausbruch über diese Marke kommen, werden die meisten Anleger den Markt als Beginn eines neuen Bullenmarktes werten.
Bis dahin bleibt auch ein Rückgang auf das vorläufige Tief des Bärenmarktes bei 50.600 € am 1. Juli ein plausibles Szenario. Doch unabhängig davon, ob wir den Tiefpunkt des Bärenmarktes bereits überschritten haben, sehen wir deutliche Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend dieses Bärenmarktes seinem Ende entgegengeht.
Im Fokus
Kauft Strategy Kursrückgänge auf?
Strategy sammelte letzte Woche rund 2 Milliarden $ ein, kaufte damit aber keine Bitcoins. Ein Teil der eingesammelten Mittel floss in die bestehende Dollarreserve, ein anderer Teil in einen neu eingerichteten Topf mit frei verfügbaren Geldern. Damit erweckt Michael Saylor den Eindruck, Strategy von einem reinen Bitcoin-Käufer zu einem aktiven Vermögensverwalter transformieren zu wollen.
Die Dollarreserve existiert seit Dezember 2025 und dient der Zinszahlung auf Schulden und der Dividendenzahlung auf Vorzugsaktien. Anfang des Jahres reichte sie aus, um die Verbindlichkeiten für über zwei Jahre zu decken. Im Mai nutzte Strategy jedoch rund zwei Drittel zur Tilgung eines Kredits. Es blieben etwa 800 Millionen $ übrig, genug für nur etwa sechs Monate.
Das verstärkte die Zweifel, die die Reserve eigentlich ausräumen sollte: Könnte Strategy einen längeren Bärenmarkt ohne größere Probleme überstehen?
Seitdem wurde der Puffer deutlich aufgefüllt. Darüber hinaus darf die Reserve künftig nur noch für Zinsen und Dividenden verwendet werden und muss eine Deckung von mindestens zwölf Monaten gewährleisten. Das Portfolio umfasst nun rund 5 Milliarden $, genug für über drei Jahre.
Zusätzlich hat Saylor einen zweiten Fonds aufgelegt: „USD Cash“. Diese Barreserve von 1,5 Milliarden $ bietet ein deutlich breiteres Einsatzspektrum. Strategy darf sie nutzen, um Bitcoin zu kaufen, Schulden zu tilgen, eigene Aktien zurückzukaufen oder die reguläre Dollarreserve aufzustocken.
Diese Handlungsfreiheit deutet auf einen Kurswechsel hin. Jahrelang behauptete Saylor, den Markt nicht timen zu können. Daher folgte auf eine Kapitalerhöhung von Strategy meist schnell ein Bitcoin-Kauf. „Ich werde immer zum Höchstkurs kaufen“, war einer seiner bekannten Sprüche.
Nun spricht Strategy von einer dynamic capital allocation. Je nach Marktlage kann das Unternehmen Kapital aufnehmen, Bitcoin kaufen oder verkaufen und eigene Wertpapiere zurückkaufen. Die neue Barreserve macht dies möglich. Sollte der Bitcoin-Kurs beispielsweise plötzlich um 15 % fallen, muss Saylor nicht erst neues Kapital aufnehmen, um zuzuschlagen.
Damit sind die Bedenken, die Strategy noch vor einigen Monaten umgaben, weitgehend ausgeräumt. Mit über 6,5 Milliarden $ an liquiden Mitteln verfügt das Unternehmen nun über fast so viel Kapital wie Schulden. Man könnte sagen: Die Verschuldung ist vorübergehend verschwunden. Die nächste größere Korrektur dürfte daher interessant werden.
Ist Saylor tatsächlich bereit, den Kursrückgang zum Kauf zu nutzen?
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