Bitcoin-Markt wartet auf Bestätigung

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Bitvavo11. Mai 2026

Der Kryptomarkt scheint sich langsam aus der depressiven Phase des Bärenmarktes zu befreien. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein neuer Bullenmarkt begonnen hat. Gerade diese Phase ist bekannt für Kursanstiege, die Anleger täuschen können. In jedem Fall hat sich hinter den Kulissen von Kursen und Charts ein konkreter Wandel vollzogen. In Washington liegt erstmals seit Jahren ein bedeutender Gesetzentwurf zum Thema Kryptowährungen vor. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.

Markt-Update

Jeder Bärenmarkt kennt Momente, in denen das Schlimmste überstanden scheint und ein neuer Bullenmarkt begonnen hat. Doch nach einer Reihe von Fehlstarts gibt es letztendlich nur einen echten Startschuss. Anleger, die zu früh optimistisch werden, können in eine Falle tappen.

Hast du einen langen Anlagehorizont und glaubst, dass eine Investition langfristig an Wert gewinnt? Dann spricht nichts dagegen, deine Position im Bärenmarkt auszubauen. Für einen kurzen, schnellen Kursanstieg ist es jedoch besser, auf mehr Bestätigung zu warten, dass der Tiefpunkt tatsächlich hinter uns liegt.

Für Bitcoin – und in der Folge für den gesamten Kryptomarkt – bildet der gleitende Durchschnitt mit einer Länge von etwa einem Jahr traditionell eine gute Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten. Im Bitcoin-Euro-Chart veranschaulicht der 55-Wochen-Durchschnitt dies gut.

Oberhalb des Durchschnitts sehen wir höhere Hochs (HH) und höhere Tiefs (HL) und damit einen Aufwärtstrend. Darunter ist der Trend abwärtsgerichtet mit niedrigeren Hochs (LH) und niedrigeren Tiefs (LL). Der Markt befindet sich aktuell in einem Abwärtstrend. Erst mit einem Wochenschlusskurs über 82.000 € steigen die Chancen auf einen weiteren Aufwärtstrend.

Im Fokus

Wichtiger Moment für das US-Kryptorecht

Der Optimismus in der amerikanischen Kryptowelt wächst. In den sozialen Medien sprechen große Accounts von einem Durchbruch. Die Prognosen steigen, und ein wichtiges Kryptogesetz steht in Washington wieder auf der Tagesordnung.

Am Donnerstag, dem 14. Mai, befasst sich der Bankenausschuss des Senats mit dem sogenannten Clarity Act. Dieser Gesetzentwurf soll mehr Ordnung auf den amerikanischen Kryptomarkt bringen. Der Ausschuss prüft den Text Zeile für Zeile, diskutiert Änderungsanträge und entscheidet, ob der Vorschlag in die nächste Phase gehen kann. Das klingt technisch, ist aber ein wichtiger Moment. Nach monatelangen Verzögerungen muss das Gesetz nun die erste große Hürde nehmen.

Der Kern des Gesetzes ist einfach: Kryptowährungen aus der Grauzone zu holen. In den USA erfahren Unternehmen oft erst im Nachhinein, ob die Aufsichtsbehörden ihnen Fehlverhalten unterstellen. Das erschwert Unternehmern die Geschäftstätigkeit, schafft Unsicherheit bei Investoren und kann ein Grund für große Finanzinstitute sein, sich zurückzuhalten.

Deshalb blickt der Markt mit Spannung nach Washington. Jahrelang haben die USA den Kryptosektor vor allem mit Klagen, Geldstrafen und Drohungen ins Visier genommen. Unter Trumps Führung haben wichtige Regulierungsbehörden jedoch einen anderen Kurs eingeschlagen. Der Clarity Act soll diesen Kurswechsel in klaren Regeln verankern.

In den letzten Wochen drehte sich die inhaltliche Debatte hauptsächlich um Stablecoins. Banken befürchten, dass Kunden ihr Geld von klassischen Bankkonten abziehen und stattdessen in Stablecoins umschichten – vor allem, wenn diese verzinst werden. Die Renditen liegen oft über dem, was Banken ihren Kunden bieten. Krypto-Unternehmen möchten diesen Spielraum nutzen, um Nutzer zu gewinnen und zu belohnen. Der aktuelle Kompromiss zeichnet sich jedoch klar ab: keine festen Zinsen wie bei Bankeinlagen, sondern Belohnungen, die an die Nutzung geknüpft sind.

Banken halten diese Definition weiterhin für zu weit gefasst. Die American Bankers Association warnt unter anderem davor, dass das Verbot von Stablecoin-Zinsen leicht zu umgehen sei. Auch wenn es nicht als Zinsen bezeichnet wird, erhalten Nutzer eine Belohnung, die im Endeffekt dasselbe ist.

Politisch müssen noch Hürden überwunden werden. Senatorin Elizabeth Warren fordert mehr Klarheit bezüglich der potenziellen Stablecoin-Pläne großer Technologie-Unternehmen. Ihre Sorge: Wenn diese Unternehmen Finanzdienstleistungen über Stablecoins anbieten, verschiebt sich die Macht zu Akteuren, die bereits über große Datenmengen, Vertriebsmacht und Einfluss verfügen.

Auch Senatorin Kirsten Gillibrand will dem Gesetzentwurf nur mit einem Ethikzusatz zustimmen. Damit will sie Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Kryptowährungen und politischen Familien angehen. Man kann sich denken, welche Familie sie im Sinn hat.

Nichtsdestotrotz spürt der Markt die entstandene Dynamik. Nach Jahren des Stillstands kommt die Krypto-Gesetzgebung in Washington endlich wieder in Schwung. Nach der Prüfung durch den Ausschuss muss dann der endgültige Text verfasst werden. Anschließend muss der Senat abstimmen, es folgt eine Abstimmung mit dem Repräsentantenhaus, und der Präsident muss unterzeichnen. Das Weiße Haus peilt den 4. Juli, den Unabhängigkeitstag, als symbolischen Moment an.

Weitere Neuigkeiten

  1. Brüssel möchte, dass Europäer mehr investieren und setzt dabei auf Finanz-Influencer. Laut Europäischem Parlament können sie jungen Menschen helfen, ihr Geld klüger zu verwalten. Bedenken hinsichtlich Täuschung und mangelnder Transparenz werden dabei vorübergehend zurückgestellt. Dahinter steht ein wirtschaftliches Ziel: Brüssel möchte, dass europäische Bürger weniger sparen und mehr Kapital für Investitionen zur Verfügung steht. Die Europäer halten insgesamt rund 10 Billionen € auf Sparkonten.

  2. Morgan Stanley startet mit einem Preiskampf in den Kryptohandel. Seit letzter Woche können Kunden Kryptowährungen über E*TRADE kaufen. Die Bank berechnet lediglich 0,5 % Gebühren pro Transaktion – günstiger als der Konkurrent Schwab und niedriger als einige amerikanische Kryptobörsen. Analysten erwarten, dass andere Marktteilnehmer schnell nachziehen werden. Ähnliches sahen wir bereits beim Start von Bitcoin-ETFs. Die ersten Fonds starteten mit hohen Margen, nur um später gemeinsam in Richtung nahezu gebührenfreien Handel zu tendieren. Dieser Wettlauf nach unten scheint nun auch bei den Börsen begonnen zu haben.

  3. Gewinne auf Prognosemärkten fließen hauptsächlich an professionelle Marktteilnehmer. Daten des Wall Street Journal zeigen, dass eine sehr kleine Gruppe von Händlern den Großteil der Gewinne einstreicht. Sie nutzen Algorithmen, große Datensätze und hohe Handelsfrequenzen, um selbst kleinste Preisunterschiede auszunutzen. Anders ausgedrückt: Skalierung, Geschwindigkeit und ein Informationsvorsprung sind die entscheidenden Faktoren für den Erfolg. Laut dem Journal erleiden die meisten Privatanleger Verluste, oft aufgrund impulsiver Wetten auf Sportergebnisse oder politische Ereignisse.

  4. Der Markt für tokenisierte Sachwerte ist in etwas mehr als einem Jahr stark gewachsen. Einem neuen Bericht zufolge hat sich das Volumen des Sektors auf über 19 Milliarden $ verdreifacht. Auch die Handelsvolumina steigen rasant. Insbesondere tokenisierte Staatsanleihen, Gold und Aktien trugen zu diesem Wachstum bei. Infolgedessen erhalten traditionelle Vermögenswerte zunehmend die Eigenschaften, für die Kryptowährungen bekannt sind: Handel rund um die Uhr, weltweiter Zugang und sofortige Transaktionsabwicklung. Große Finanzinstitute positionieren sich nun explizit in diesem Sektor, in dem der Wettbewerb um Vertrieb, Regulierung und Liquiditätszugang kreist.

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