Der Markt verlangt Geduld

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Bitvavo28. Apr. 2026

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Monaten innerhalb einer relativ engen Bandbreite. Der scheinbar ruhige Markt sendet dabei gemischte Signale aus. Kurzfristig überwiegen die Zweifel, doch wer weiter in die Zukunft blickt, sieht, dass das Gesamtbild auffallend stabil ist. Das gilt allerdings nicht für Prognosemärkte. Diese wachsen rasant und sehen sich mit der Schattenseite ihres eigenen Erfolgs konfrontiert. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.

Markt-Update

Der Bitcoin-Preis bewegt sich seit Anfang Februar in einer relativ engen Preisspanne zwischen 51.000 und 68.000 €. Diese Kursentwicklung wirkt angesichts der globalen Lage bemerkenswert stark. Dennoch sind die zugrunde liegenden Signale gemischt.

Je genauer man auf die Kursentwicklung blickt, desto größer werden die Unsicherheiten. Die Richtung bleibt unklar, insbesondere auf Zeiträume von Tagen und Wochen. Makroanalysten sehen immer weniger Gründe für eine pessimistische Einschätzung. Technische Analysten warnen hingegen vor einem turbulenten Verlauf. Sie achten beispielsweise auf sogenannte Swing-Failures – kurze Ausbrüche, die schnell wieder fallen. Sie sehen darin starke Indizien für eine Rückkehr zu den Tiefständen vom Februar und März, bevor sich der Aufwärtstrend klar etabliert.

Längerfristig betrachtet ist dieses Bild weniger deutlich. Im Monatschart endete der Bullenmarkt im Februar 2026 mit einem tieferen Tief. Dies ist ein klares Zeichen für eine Marktabkühlung. Der Monatschart selbst ist jedoch etwas uneinheitlich. Dieser Zeitraum ist zu lang für Handelsaktivitäten und zu kurz, um eine Aussage über den langfristigen Trend zu treffen.

Dafür müssen wir uns den Jahreschart ansehen. Er zeigt, dass der zugrunde liegende Trend vorerst intakt bleibt. Bitcoin hat über mehrere Zyklen hinweg kontinuierlich höhere Hochs und höhere Tiefs gebildet. Solange die Tiefs in diesem Kontext nicht unterschritten werden, ist es naheliegend, dass Korrekturen Teil eines anhaltenden Trends sind.

Es ergibt sich dadurch eine gewisse Zweiteilung. Kurzfristig kann sich der Markt in jede Richtung bewegen, und eine Korrektur in Richtung der jüngsten Tiefs ist durchaus denkbar. Langfristig bleibt das Bild positiv, auch wenn dies Geduld erfordert.

Im Fokus

Prognosemärkte nach Missbrauch in der Kritik

Prognosemärkte stehen aktuell im Fokus, und das ist selten ein gutes Zeichen. Letzte Woche überschlugen sich Klagen, politische Einflussnahme und konkrete Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit Plattformen wie Polymarket und Kalshi.

Auf der einen Seite gehen US-Bundesstaaten gegen die Plattformen vor. New York und Wisconsin werfen ihnen vor, illegale Glücksspielpraktiken zu fördern. Gleichzeitig kündigten mehrere Bundesstaaten Maßnahmen gegen Insiderhandel durch Regierungsbeamte an.

Auf der anderen Seite steht die bundesweite Aufsichtsbehörde CFTC, die der Auffassung ist, dass Prognosemärkte ausschließlich ihrer Zuständigkeit unterliegen. Demnach haben die Bundesstaaten in dieser Angelegenheit rechtlich kein Mitspracherecht. Die Folge ist ein offener Rechtsstreit zwischen den Bundesstaaten und der Bundesregierung.

Ein Konflikt erhielt zusätzliche Brisanz durch ein auffälliges Beispiel für Marktmissbrauch: Ein US-Soldat verdiente über 400.000 $ mit Wetten auf eine geheime Operation, bei der der venezolanische Präsident verhaftet wurde – mit Insiderwissen. Kurz nach der Operation versuchte er, seine Spuren zu verwischen. Nun droht ihm eine lange Haftstrafe.

Ein zweites Beispiel für Marktmanipulation kam aus Frankreich. Dort ermittelt die Polizei wegen der Sabotage einer Temperaturmessung, die für einen Markt auf Polymarket entscheidend war. Vermutlich wurde an einer Wetterstation physisch eingegriffen, möglicherweise mithilfe eines simplen Geräts wie einem Föhn als Wärmequelle, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzwingen. Dadurch konnten mit minimalem Aufwand erhebliche Gewinne erzielt werden.

Es ist offensichtlich, dass dieser Markt schneller wächst, als die Aufsicht bewältigen kann. Das Handelsvolumen auf Prognosemärkten ist innerhalb eines Jahres explosionsartig angestiegen und erreicht monatlich mehrere zehn Milliarden $ bei Hunderttausenden aktiven Nutzern.

Dies alles bestärkt die Forderung nach strengeren Regulierungen. Diese werden darüber entscheiden, ob diese Märkte ihr Versprechen einer effizienten Informationsverarbeitung einlösen können oder letztendlich zu dem werden, was Kritiker befürchten: ein manipuliertes Casino.

Weitere Nachrichten

  1. Litecoin hat nach einem Angriff auf die Privacy-Schicht Transaktionen von rund drei Stunden reorganisiert. Angreifer nutzten eine sogenannte Zero-Day-Schwachstelle, um Litecoin-Guthaben doppelt auszugeben, unter anderem auf dezentralen Börsen. Das Netzwerk reagierte mit einer drastischen Maßnahme: der Neuordnung von 13 Blöcken, wodurch die schädlichen Transaktionen aus der Historie entfernt wurden. Dies begrenzt den Schaden, verlagert das Problem jedoch auf externe Parteien, wo Verluste gemeldet wurden. Der Markt reagierte kaum auf den Vorfall.

  2. Bitcoin-ETFs ziehen erneut Hunderte Millionen an. Innerhalb von fünf Tagen flossen 824 Millionen $ in Bitcoin-Fonds – die vierte Woche in Folge mit Nettozuflüssen. Ether folgt mit drei Wochen im Plus. Letzte Woche konnten sogar kleinere Anbieter wie Solana und XRP Kapital anziehen. Das Bild ist eindeutig: Das Interesse traditioneller Anleger, die über regulierte Produkte investieren möchten, ist weiterhin hoch.

  3. Western Union bringt einen Stablecoin auf den Markt und will den internationalen Zahlungsverkehr revolutionieren. Mit USDPT, basierend auf Solana, will das Unternehmen Transaktionen schneller und günstiger als über das herkömmliche SWIFT-System abwickeln. Der Stablecoin ist zunächst nicht für Endkunden, sondern für die interne Abrechnung zwischen Partnern gedacht. Parallel dazu baut Western Union ein Netzwerk auf, das Krypto- und Fiatwährungen verbindet, und arbeitet an einer globalen Zahlungskarte. Die Veröffentlichung von USDPT wird in einem Monat erwartet.

  4. Tether friert 344 Millionen $ ein – die größte jemals beschlagnahmte Summe. Die USDT-Vermögenswerte auf Tron wurden in Zusammenarbeit mit US-Behörden eingefroren. Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Sanktionen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Insgesamt hat Tether nun mehr als 4,4 Milliarden $ eingefroren. Die diese Woche eingefrorenen Beträge entsprechen etwa 8 Prozent der Gesamtsumme. Tether gibt an, mit mehr als 340 Strafverfolgungsbehörden in 65 Ländern zusammenzuarbeiten und weltweit zu über 2.300 Fällen beigetragen zu haben.

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