Der Bärenmarkt erreicht die nächste Phase
Der Kryptomarkt scheint in eine neue Phase eingetreten zu sein. Steile Kursrückgänge weichen einer ruhigeren Marktlage, und wo zuvor vor allem Verkäufer den Ton angaben, sehen wir nun Investoren, die geduldig Positionen aufbauen. Diese Entwicklungen spiegeln sich nicht sofort im Preis wider, kündigen aber oft einen Wendepunkt im Zyklus an. Und gerade jetzt rückt wieder eine alte, immer wiederkehrende Frage in den Fokus: Wer ist der Gründer von Bitcoin? Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.
Markt-Update
Nach vielen Maßstäben sind wir in der zweiten Hälfte des Bärenmarktes. Wir befinden uns inzwischen deutlich mehr als sechs Monate nach dem Höchststand am 6. Oktober 2025, und der Abschwung im Marktzyklus dauerte historisch gesehen oft etwa ein Jahr. Auch die Beschaffenheit von On-Chain- und Börsendaten verändert sich.
Wir lassen die Phase hinter uns, in der ängstliche Verkäufer ihre Anlagen mit erheblichen Verlusten verkaufen, und beobachten stattdessen Käufer, die in aller Ruhe Positionen aufbauen. Das ist die Akkumulationsphase, die einer neuen Aufwärtsperiode vorausgeht – einem neuen Bullenmarkt.
In der Vergangenheit lagen die Tiefpunkte stets innerhalb der Preisspanne um den 200-Wochen-Durchschnitt und den realisierten Preis. Dieser entspricht dem durchschnittlichen Kaufpreis aller Bitcoin-Investoren. Anfang dieses Jahres lagen beide Indikatoren bei 57.000 $ und weichen nun voneinander ab. Im kommenden Sommer werden sie sich in einem Bereich zwischen 53.000 und 63.000 $ einpendeln.
An den Finanzmärkten gibt es keine Sicherheiten, nur Wahrscheinlichkeiten. Dennoch ist es ein plausibles Szenario, im Laufe des Sommers einen Bärenmarkt-Boden irgendwo in diesem Bereich zu erwarten.
Im Fokus
Wurde Satoshi Nakamoto gefunden?
Die Suche nach dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto gleicht weiterhin einem modernen Goldrausch. Über die Jahre hat die Identität hinter Bitcoin einen mythischen Status erlangt. Jeder neue Versuch, sie zu enthüllen, sorgt für Aufsehen. Und fast immer folgt dasselbe Muster: viel Aufmerksamkeit, wenig handfeste Beweise.
Diese Woche war die New York Times an der Reihe. Der investigative Journalist John Carreyrou, bekannt für seine Arbeit über Theranos, veröffentlichte nach 18 Monaten Recherche einen ausführlichen Artikel, in dem er Adam Back als Satoshi identifiziert. Eine gewagte Behauptung eines seriösen Journalisten. Das verleiht der Geschichte sofort mehr Gewicht als einem weiteren Blogbeitrag oder einer Dokumentation zu diesem Thema.¹
Die Argumentation stützt sich jedoch hauptsächlich auf Indizien. Back war in der Cypherpunk-Bewegung aktiv, entwickelte Hashcash – einen Vorläufer des Proof-of-Work-Verfahrens von Bitcoin – und ist die einzige Person, die Satoshi im Whitepaper erwähnt. Hinzu kommen Ähnlichkeiten im Schreibstil und im Zeitpunkt der Veröffentlichung, und das Ganze wirkt überzeugend.
Adam Back dementierte die Behauptung fast umgehend: „Ich bin nicht Satoshi.“ Seiner Meinung nach sind die Ähnlichkeiten nichts Besonderes und zu erwarten. Die Cypherpunk-Bewegung war keine Ansammlung isolierter Einzelpersonen, sondern ein Netzwerk, in dem Ideen und Programmcode kontinuierlich ausgetauscht wurden. Wer darin nach einzigartigen Merkmalen sucht, findet schnell Muster, die gar nicht existieren.²
Auch in der Bitcoin-Welt ist Skepsis zu hören. Nicht so sehr aus Loyalität gegenüber Back, sondern aufgrund von Erfahrungen mit solchen Ermittlungen. Dorian Nakamoto, Craig Wright, Peter Todd … immer wieder wurde jemand genannt, die Person bestritt es, und bei genauerer Betrachtung hielt die Geschichte einer Überprüfung nicht stand. Wright ist das Paradebeispiel: Er behauptete jahrelang, dass er Satoshi Nakamoto sei, bis schließlich ein Richter feststellte, dass er gelogen hat.³
Die Beweise in solchen Geschichten gehen selten über Indizien hinaus. Stilometrie, Zeitabläufe, technische Einflüsse. Interessant, aber nicht schlüssig, schon gar nicht im Fall von jemandem, der bewusst anonym bleiben wollte.
Es gibt aber auch substanzielle Gegenargumente. Programmierer weisen auf Unterschiede zwischen Backs Code und dem von Satoshi hin. Andere bemerken, dass Back erst in Bitcoin-Foren aktiv wurde, nachdem Satoshi bereits verschwunden war. Es gibt zwar keine endgültigen Widerlegungen, aber diese Beobachtungen schwächen das Bild.
Und das ist auch gut so. Satoshis Anonymität hat Bitcoin zu dem gemacht, was es ist: ein System ohne Gesicht, ohne Anführer. Das Netzwerk existiert für sich, unabhängig von seinem Schöpfer. Das bleibt auch vorerst so, bis die nächste angebliche Enttarnung erfolgt. Darauf muss man gar nicht lange warten. Die Dokumentation Finding Satoshi erscheint am 22. April. Ein neuer Versuch, vermutlich mit demselben Ergebnis.⁴
Quellen:
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Ein Hacker erzeugte 1 Milliarde DOT aus dem Nichts und verkaufte sie sofort. Durch eine Sicherheitslücke in einem Bridge-Vertrag konnte ein Angreifer Polkadot-Token auf Ethereum erstellen und verkaufen, wodurch er einen Gewinn von etwa 237.000 $ erzielte. Der Schaden blieb aufgrund geringer Liquidität begrenzt. Der Handel mit DOT wurde an mehreren koreanischen Börsen vorübergehend ausgesetzt. Polkadot selbst weist keine Mängel auf; das Projekt verweist auf Schwächen im verwendeten Hyperbridge-Interoperabilitätsprotokoll.
Stablecoins könnten sich zu einer dominanten Zahlungsinfrastruktur entwickeln. Chainalysis schätzt, dass das Transaktionsvolumen von Stablecoins bis 2035 auf 719 Billionen $ ansteigen könnte. Das Analyseunternehmen identifiziert zwei zugrunde liegende Trends: Zum einen die Übertragung von rund 100 Billionen $ an Vermögen an jüngere Generationen, die Kryptowährungen häufiger nutzen. Zum anderen die Integration von Stablecoins in allgemeine Zahlungstransaktionen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten traditionelle Zahlungsnetzwerke unter Druck geraten.
Quellen:
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