Altcoin-Markt zeigt sich widerstandsfähig

Bitvavo
Bitvavo7. Apr. 2026

Die letzten Monate waren von Unsicherheit geprägt. Es gab Bedenken hinsichtlich der Geopolitik, der Marktstimmung und der Frage, wo Risiko noch belohnt wird. In einem solchen Umfeld würde man erwarten, dass sich Kapital in die sichersten Marktsegmente zurückzieht. Doch Kryptowährungen zeichnen ein anderes Bild. Nicht nur hält sich Bitcoin stabil, auch Altcoins erweisen sich als bemerkenswert widerstandsfähig. Gleichzeitig taucht eine Frage auf, die grundlegender ist als Kursbewegungen: Wie zukunftssicher sind Kryptonetzwerke selbst? Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.

Markt-Update

Unter bestimmten Umständen richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf Bitcoin als auf den Rest des Kryptomarktes. Zum Beispiel in Bärenmärkten, in Zeiten geringer Risikobereitschaft unter Anlegern oder bei großen wirtschaftlichen oder geopolitischen Ereignissen. In den vergangenen zwei Monaten war all das der Fall.

In der Vergangenheit schnitten Altcoins in einem von Angst geprägten Markt oft deutlich schlechter ab als Bitcoin. Das ist jetzt anders: Seit dem Markthoch am 6. Oktober haben die meisten Altcoins stärker an Wert verloren als Bitcoin. Doch seit dem Einbruch am 5. Februar bewegen sie sich – trotz der Turbulenzen im Iran-Konflikt – parallel zu Bitcoin seitwärts.

Betrachtet man einzelne Token, fallen einige bemerkenswerte Ausnahmen auf. Seit Jahresbeginn liegt der Schwerpunkt etwa bei -25 %. Bittensor (TAO), Hyperliquid (HYPE) und Morpho stechen mit einem Plus von rund 40–50 % und einer klaren Erfolgsgeschichte hervor.

Bei neuen Projekten können Gewinne schnell kommen und gehen. Ein paar Monate guter Performance sind keine Garantie dafür, dass sich ein Projekt zu einem erfolgreichen Produkt mit eigenständiger Rentabilität entwickelt. Doch diese Projekte verdeutlichen die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des Altcoin-Marktes. Es mag ein Bärenmarkt sein, aber Krypto ist noch lange nicht tot.

Im Fokus

Quantenbedrohung für Bitcoin rückt näher 

Google hat kürzlich für Aufsehen gesorgt. In einem neuen Paper erklärt das Unternehmen, dass zum Knacken der Bitcoin-Verschlüsselung weitaus weniger Quantencomputerleistung benötigt wird als bisher angenommen. Weniger als 500.000 sogenannte Qubits sollen ausreichen, statt der zuvor geschätzten Millionen. Mit dieser Anzahl wären theoretisch nur neun Minuten nötig.¹

Das ist zwanzigmal effizienter als bisherige Schätzungen. Das oft beschworene Schreckensszenario rückt somit von einem „irgendwann“ in eine beunruhigend nahe Zukunft.

Die Schwachstelle liegt im Nachweis des Bitcoin-Besitzes. Jeder, der eine Transaktion durchführt, legt seinen öffentlichen Schlüssel offen. Aktuell ist dies sicher, da klassische Computer damit nichts anfangen können. Ein Quantencomputer kann jedoch den zugehörigen privaten Schlüssel aus diesem öffentlichen Schlüssel ableiten, theoretisch sogar, bevor eine Transaktion veröffentlicht wurde. Und so könnte das Guthaben einfach übernommen werden.

Laut Google befinden sich etwa 6,9 Millionen Bitcoin in Adressen, deren öffentlicher Schlüssel bereits sichtbar ist. Das entspricht einem erheblichen Teil der gesamten BTC-Menge. Dazu gehören auch alte Adressen aus den Anfangszeiten, bei denen davon ausgegangen wird, dass eine manuelle Migration nicht mehr möglich ist.

Die Forschenden nennen das Jahr 2029 als entscheidenden Zeitpunkt. Bis dahin sollten Maßnahmen gegen die Risiken von Quantencomputern umgesetzt sein. Auch Regierungen weltweit verfolgen ähnliche Zeitpläne. So fordert die NSA, dass alle Systeme bis 2030 quantensicher sind. Für Bitcoin ist das ein vergleichsweise kurzer Zeithorizont, denn große Upgrades, die das gesamte Ökosystem betreffen, benötigen Jahre an Diskussion, Entwicklung und Implementierung.

In der Bitcoin-Community gehen die Reaktionen auseinander. Einige schlagen Alarm, andere relativieren die Situation. Die wohl aussagekräftigste Reaktion kommt jedoch von außerhalb der Branche: Der renommierte Informatiker Scott Aaronson bezeichnet die Nachricht als „bombshell“ und betont, dass sie die Notwendigkeit erhöht, bereits jetzt auf quantensichere Kryptografie umzusteigen.²

Konkrete Lösungen werden bereits geprüft. So gibt es etwa BIP-360, einen Vorschlag für neue Bitcoin-Adressen (P2MR), bei denen öffentliche Schlüssel selbst bei Transaktionen nicht mehr sichtbar werden. Damit würden Quantenangriffe wirkungslos. Der Vorschlag wird derzeit in einem Testnetz erprobt. Bei Ethereum arbeiten mehrere Teams parallel an einem Netzwerk, das resistent gegen Quantencomputer ist.³

Quellen:

  1. Google Research

  2. Scott Aaronson

  3. Ethereum Foundation

Weitere Nachrichten

  1. Die Infrastruktur für KI-Agenten erhält eine eigene Stiftung. Die Linux Foundation hat die x402 Foundation gegründet. Diese Stiftung fördert das x402-Protokoll, ein Zahlungsprotokoll für KI-Agenten, an dem über zwanzig große Unternehmen beteiligt sind. Das tägliche Transaktionsvolumen von x402 beträgt lediglich 28.000 $, wovon laut Artemis die Hälfte künstlich generiert ist. Im März brachte Stripe mit Unterstützung von OpenAI und Anthropic ein konkurrierendes Protokoll auf den Markt.

  2. Charles Schwab wird Bitcoin und Ether für Kunden direkt handelbar machen. Anleger sollen Kryptowährungen bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2026 im selben Umfeld wie Aktien und Anleihen erwerben können. Mit fast 12 Billionen $ an Kundenvermögen erreicht Schwab eine große Gruppe von Anlegern, die derzeit noch auf externe Plattformen angewiesen sind. Das Unternehmen gibt an, damit der gestiegenen Nachfrage nach Kryptowährungen unter Anlegern gerecht zu werden.

  3. Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte wächst weiter auf 27,6 Milliarden $. Er ist eines der wenigen Segmente, die weiterhin Zuflüsse verzeichnen. Insbesondere US-Staatsanleihen sind in diesem Markt beliebt, gefolgt von Rohstoffen und Kreditprodukten. Tokenisierte Aktien gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Obwohl das Gesamtvolumen noch begrenzt ist, ist es deutlich gestiegen, was auf eine rege Nutzung hindeutet. Der Markt ist jedoch weiterhin stark auf wenige Anbieter konzentriert.

  4. Die US-Regierung schützt Prognosemärkte und verklagt einzelne Bundesstaaten. Laut Washington dürfen Bundesstaaten Plattformen wie Polymarket und Kalshi nicht als Glücksspielunternehmen einstufen. Diese Plattformen bieten Verträge an, die auf dem Ausgang von Ereignissen basieren. Die Bundesstaaten betrachten dies als Glücksspiel, die Bundesaufsichtsbehörde hingegen als Finanzmarkt. Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht die Frage der Zuständigkeit: Wer legt die Regeln für diese neue Kategorie fest: die Bundesstaaten oder die Regierung?

Quellen:

  1. Linux FoundationCoinDesk

  2. CoinDesk

  3. X (@BUNT10)

  4. Reuters

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