Markt wartet auf klare Richtung

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Bitvavo30. März 2026

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Monaten in einer engen Spanne. Es ist, als müsste der Markt nach dem Einbruch Anfang des Jahres erst einmal durchatmen. Größere Kursbewegungen bleiben aus, doch das heißt nicht, dass nichts passiert. Im Gegenteil: Hinter den Kulissen bauen große Marktteilnehmer ihre Positionen aus, und die Diskussion verlagert sich von der Frage, ob Bitcoin in ein Portfolio gehört, hin zu der Frage, wie viel man investieren sollte. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.

Markt-Update

Der Bitcoin-Kurs liegt mit 59.000 € aktuell in der Mitte der Preisspanne der letzten neun Wochen. Seit dem Kursrückgang im Januar schließt der Wochenkurs jeweils zwischen 56.000 € und 64.000 € – eine Differenz von weniger als 15 %. Das ist vergleichbar mit dem letzten Quartal des vergangenen Jahres, als sich der Kurs zehn Wochen lang seitwärts zwischen 74.000 € und 81.000 € bewegte.

Auffällig ist, dass diese Phase der Ruhe am Kryptomarkt mit der Turbulenz rund um den Krieg im Iran zusammenfällt. Gleichzeitig bleiben Altcoins im Durchschnitt stabil gegenüber Bitcoin, mit einzelnen Ausreißern nach oben, wie etwa Hyperliquid (HYPE) und Bittensor (TAO).

Es liegt nahe, dies als Anzeichen für den Beginn eines neuen Bullenmarktes zu interpretieren. Das wäre jedoch sehr schnell. In der Regel benötigen Bärenmärkte mehr Zeit, um einen Boden zu bilden. Ein vorsichtiger Ansatz wäre, auf einen Wochenschlusskurs über dem 50-Wochen-Durchschnitt zu warten, der aktuell bei 84.000 € liegt.

Gleitende Durchschnitte mit einer Länge von etwa einem Jahr waren in den vergangenen Jahren eine gute Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten. Diese Marke liegt mit 84.000 € derzeit noch relativ hoch, wird in den kommenden Monaten jedoch sinken. Bleibt der Kurs bei rund 60.000 €, fällt der 50-Wochen-Durchschnitt innerhalb von drei Monaten auf etwa 74.000 €. Für Anleger, die dem Marktzyklus folgen möchten, könnte das ein attraktiver Einstiegszeitpunkt sein.

Im Fokus

Fidelity: 0 % BTC im Portfolio sind zu wenig

Fidelity, einer der größten Vermögensverwalter der Welt, schreibt in einem neuen Bericht, dass Bitcoin einen festen Platz in den Portfolios einer breiten Anlegergruppe verdient. Auch die Größe dieser Position ist bemerkenswert: Rund 10 % lassen sich laut Fidelity gut begründen.

Der Bericht mit dem vielsagenden Titel Getting Off Zero dreht sich um eine zentrale Frage: Wie viel Bitcoin gehört in ein Anlageportfolio? Jahrelang ging es in der Diskussion darum, ob Bitcoin überhaupt einen Platz verdient. Laut Fidelity ist diese Phase vorbei. Wer bei null bleibt, hat Erklärungsbedarf, so die Analysten.¹

Der Kern der Analyse ist einfach: Über längere Zeiträume hat Bitcoin eine auffallend starke Performance erzielt. Gleichzeitig entwickelt sich der Preis oft anders als bei Aktien und Anleihen. Das macht Bitcoin als Ergänzung interessant, da es zur Diversifikation eines Portfolios beiträgt.

Fidelity analysierte die historische Wertentwicklung über fünf und zehn Jahre. Auffällig ist, dass Bitcoin nicht nur eine gute Performance erzielte, sondern dies auch vergleichsweise effizient tat: Das Risiko-Rendite-Verhältnis ist günstiger als bei traditionellen Anlagen. Selbst im gemäßigteren Zeitraum der letzten fünf Jahre bestätigt sich dieses Bild.

Auf Basis von Simulationen kommt Fidelity zu dem Schluss, dass bereits eine kleine Position hilfreich ist, der Effekt jedoch mit steigender Allokation zunimmt. Bis etwa 10 % verbessern sich sowohl die erwartete Rendite als auch das Verhältnis von Risiko zu Ertrag. Mit anderen Worten: Ein kleiner Bitcoin-Bestand kann sich lohnen, eine etwas größere Position kann jedoch noch bessere Ergebnisse erzielen.

Interessant ist auch, woher diese Bitcoin-Allokation stammen sollte. Während Anleger Bitcoin früher vor allem als Alternative zu Aktien sahen, wird die Position heute häufiger aus Anleihen finanziert. Diese haben in den vergangenen Jahren oft weniger Rendite gebracht als erwartet. Laut Fidelity ist jedoch weniger entscheidend, aus welcher Anlageklasse das Kapital stammt. Ausschlaggebend ist vielmehr der Schritt von null auf eine Bitcoin-Allokation – unabhängig davon, woher die Mittel kommen.

Fidelity verwendet in seiner Analyse eine gängige Berechnungsmethode aus der Investmentwelt, die das Verhältnis zwischen Gewinnpotenzial und Risiko betrachtet. Da Bitcoin historisch gesehen ein stark asymmetrisches Profil aufweist, führt dies überraschenderweise zu einer relativ hohen „optimalen“ Allokation, die bis in den zweistelligen Prozentbereich reicht.

Obwohl dem Vermögensverwalter bewusst ist, dass institutionelle Anleger kaum eine so hohe Allokation wählen können, hält er an seiner bemerkenswerten Schlussfolgerung fest. Die Diskussion dreht sich nicht mehr darum, ob Bitcoin in ein Portfolio gehört, sondern darum, wie viel und warum. Für Anleger, die Bitcoin noch nicht halten, wird diese Entscheidung zunehmend schwerer zu rechtfertigen.

Quellen:

  1. Fidelity Research

Weitere Nachrichten

  1. Morgan Stanley will den Bitcoin-Fondsmarkt mit niedrigen Kosten revolutionieren. Die Bank plant, ihren neuen Bitcoin-Fonds mit einer Verwaltungsgebühr von 0,14 % anzubieten. Damit liegt sie unter den Gebühren bestehender ETFs, beispielsweise von Konkurrenten wie BlackRock. Diese Preisstrategie könnte der Bank helfen, schnell Marktanteile zu gewinnen. Das umfangreiche Netzwerk an Vermögensberatern der Bank ist dabei ein weiterer wichtiger Faktor. ETF-Experten erwarten, dass der Fonds innerhalb von zwei Wochen startet.

  2. Großbritannien will Kryptospenden an politische Parteien verbieten. Die Regierung unter Starmer reagiert damit auf Bedenken hinsichtlich ausländischer Einflussnahme über schwer nachverfolgbare Geldflüsse. Krypto gilt als potenzielle Hintertür. Der Vorschlag folgt auf eine unabhängige Untersuchung und muss noch vom Parlament genehmigt werden. Spenden in traditionellen Währungen bleiben erlaubt – auch für Parteien mit Verbindungen zur Kryptobranche. In Kanada verfolgt die Regierung einen ähnlichen Ansatz.

  3. JPMorgan: Bitcoin entwickelt sich zunehmend zum sicheren Hafen. Während der Iran-Krise floss Kapital in Bitcoin, während Anleger Gold und Silber eher mieden. Laut der Bank deutet das auf eine Verschiebung im Umgang von Investoren mit geopolitischer Unsicherheit hin. In Ländern wie dem Iran nahm zudem die Nutzung von Kryptowährungen zu, da Bürger ihr Vermögen vor wirtschaftlicher Instabilität und Kapitalbeschränkungen schützen wollen.

  4. Strategy erhöht den Kapitalspielraum für Bitcoin-Käufe. Das Unternehmen von Michael Saylor plant, bis zu 42 Milliarden $ an neuen Mitteln einzuwerben. Dies soll durch eine Kombination aus Aktienemissionen und Vorzugsaktienfinanzierung über mehrere Programme erfolgen. Daten von CryptoQuant zeigen, dass Strategy mittlerweile für über 75 % der Bitcoin-Nachfrage börsennotierter Unternehmen verantwortlich ist. Dies unterstreicht die Stärke von Strategy, verdeutlicht aber auch die zunehmende Ungleichverteilung in diesem Marktsegment.

Quellen:

  1. TheBlock.co

  2. CoinDesk.com

  3. TheBlock.co

  4. CoinDesk.comCryptoQuant


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