Bärenmarkt geht in den zehnten Monat
Bitcoin schloss den Juli mit einem leichten Plus ab. Angesichts der gleichzeitigen Turbulenzen an den Aktienmärkten ist dies bemerkenswert. Sowohl preislich als auch zeitlich scheint der Bitcoin-Markt bereit, den Tiefpunkt dieses Bärenmarktes zu erreichen, der am Samstag in seinen zehnten Monat ging. Der August beginnt mit einem besorgniserregenden Hackerangriff, der Bitcoin-Nutzer betrifft. Mehr dazu in dieser Ausgabe der Market News.
Markt-Update
Bitcoin schloss den Juli mit einem Plus von 6 % bei 54.500 € ab. Am 1. Juli erreichte die Kryptowährung mit 50.650 € den bisherigen Tiefststand dieses Bärenmarktes. Im weiteren Verlauf des Monats erholte sich der Kurs leicht.
Die Stabilität war bemerkenswert, insbesondere angesichts der Turbulenzen an anderen Finanzmärkten, die durch den Iran-Krieg, die Sorgen um die US-Zinspolitik und die Unsicherheit bei KI-Aktien verursacht wurden. Den Großteil des Monats bewegte sich der Kurs in einer engen Spanne zwischen 54.000 € und 57.000 €.
Wir befinden uns nun im zehnten Monat dieses Bärenmarktes, gemessen vom Höchststand am 6. Oktober 2025. Wir liegen in der Preis- und Zeitspanne, in der sich in früheren Bärenmärkten Tiefpunkte bildeten. Der Kurs ist auf den gleitenden Durchschnitt der letzten vier Jahre gefallen und liegt knapp über dem durchschnittlichen Kaufpreis aller Bitcoins.
Dies deckt sich mit der Seitwärtsbewegung zwischen 50.000 € und 60.000 €, in der die Konsolidierung des Sommers 2024 und die Höchststände des Bullenmarktes von 2021 liegen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, ist dieser Bärenmarkt im Vergleich zu 2018 und 2022 flach. Damals verzeichneten wir Kursrückgänge von 83 % bzw. 75 %; aktuell sind es maximal 53 %.
Im Fokus
Bitcoiner durch COLDCARD-Diebstahl aufgeschreckt
Forscher haben eine schwerwiegende Sicherheitslücke in mehreren Generationen von COLDCARD-Hardware-Wallets entdeckt. Dadurch können einige Seed-Phrasen – die Wiederherstellungsphrasen, die den Zugriff auf gespeicherte Kryptowährungen ermöglichen – deutlich schneller als vorgesehen wiederhergestellt werden. Nutzt du COLDCARD? Dann ist dies einer der seltenen Fälle, in denen sofortiges Handeln ratsam ist: Übertrage Bitcoins vorsorglich auf eine neue Wallet.
Laut den neuesten Zählungen von Galaxy Research wurden seit Donnerstag mehr als 1.300 BTC gestohlen. Die Angreifer leerten über 4.500 Adressen in vier Angriffswellen. Die größte Welle ereignete sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag: Innerhalb von 41 Minuten verschwanden mehr als 1.000 BTC aus fast 1.200 Wallets. Auch Adressen mit kleineren Beträgen werden nun angegriffen. Daher ist zu erwarten, dass der endgültige Verlust in den kommenden Wochen noch weiter steigen wird.
Die Ursache liegt in der Art und Weise, wie COLDCARD-Wallets ihre Seed-Phrasen generieren. Aufgrund eines Fehlers in der Firmware wurde dabei deutlich weniger Zufall verwendet als vorgesehen. Dadurch stammte ein für Menschen einwandfrei erscheinender Seed dennoch aus einer relativ kleinen Auswahl möglicher Seeds. Angreifer können diese Auswahl durchsuchen und die gefundenen Adressen anhand öffentlich verfügbarer Daten auf ihre Rentabilität prüfen. Sie benötigen dafür nicht einmal die Hardware-Wallet.
Der Hersteller Coinkite hat inzwischen eine verbesserte Firmware für alle betroffenen Modelle veröffentlicht. Dadurch können ab sofort wieder sichere Seeds generiert werden. Ein bereits vorhandener Seed wird durch das Update jedoch nicht sicherer. Auch das Importieren eines solchen Seeds auf ein anderes Gerät hilft nicht: Die Schwachstelle liegt im Seed selbst.
Sofern du COLDCARD Mk2, Mk3, Mk4, Mk5 oder Q nutzt und der Seed vor dem Firmware-Update von deinem Gerät generiert wurde, solltest du deine Bitcoins umgehend sichern. Tue dies auch, wenn du nicht mehr sicher feststellen kannst, wann und womit der Seed erstellt wurde. Im Zweifelsfall: Migration.
Dieser Hack unterstreicht einmal mehr, was zwar bekannt war, aber wenig Beachtung fand: Selbstverwahrung birgt Risiken. Die bittere Ironie: Viele Betroffene taten genau das, was ihnen jahrelang empfohlen wurde: sparen, ihre Sats von einer Börse abheben und auf einer seriösen Hardware-Wallet verwahren. Das damit verbundene Gefühl von Unabhängigkeit und Sicherheit hat einen schweren Schlag erlitten.
Das heißt aber nicht, dass Selbstverwahrung keine Rolle mehr spielt. Wichtig ist jedoch, sie realistisch zu betrachten. Selbstverwahrung eliminiert zwar das Kontrahentenrisiko, erfordert aber Wissen, Wartung und Vertrauen in Hardware und Software. Zusätzliche Sicherheitsebenen können helfen, bringen aber auch neue Herausforderungen und das Risiko menschlicher Fehler mit sich. Kurz gesagt: Ein absolut sicheres System gibt es nicht. Jeder, der mit der Selbstverwahrung beginnt, muss sich der fortlaufenden Verantwortung bewusst sein.
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Weitere Nachrichten
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