Krypto und US-Aktien in Korrektur
Sowohl Krypto als auch die US-Aktienmärkte haben deutlich nachgegeben. Bleibt der Vierjahresrhythmus des Kryptomarktes bestehen? Das diskutieren wir in den heutigen Marktnachrichten – und sehen uns die neue Initiative an, mit der Ripple mehr Einfluss ausüben will.
Markt-Update
Die US-Regierung zeigte sich in der vergangenen Woche erneut unberechenbar: Erst traf sie Entscheidungen zu Einfuhrzöllen, um sie dann gleich wieder zu revidieren. Die daraus resultierende Unsicherheit tut den US-Finanzmärkten nicht gut. Sollte Trump an diesem Ansatz festhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit einer längeren und tieferen Korrektur des Aktienmarktes.
In diesem Fall stünde der Kryptomarkt an einer bemerkenswerten Weggabelung: Wird er einem möglicherweise fallenden Aktienmarkt folgen? Damit wäre der bisherige Rhythmus mit Hochs und Tiefs im Vierjahresrhythmus unterbrochen – genauso wie die Vorstellung, dass in den achtzehn Monaten nach einem Halving die Preise steigen werden.
In diesem Szenario kann auf einen gedämpften Bullenmarkt ein schwacher, kurzer Bärenmarkt folgen. Dies wäre eine neue Dynamik, in der wir weniger extreme Höhen und Tiefen sehen würden als in der Vergangenheit. Auf ein möglicherweise enttäuschendes Jahr 2025 könnte dann aber leicht ein außergewöhnliches Jahr 2026 folgen.
Falls der Vierjahreszyklus bestehen bleibt, dürfte der Höhepunkt des Bullenmarktes in der zweiten Jahreshälfte erreicht werden. Anschließend würde der übliche Bärenmarkt folgen, in dem der Preis innerhalb eines Jahres seinen Tiefpunkt erreicht – wie es die blaue Kurve im nachstehenden Diagramm zeigt.
Oder stehen wir vor einem neuen Paradigma, in dem heftige Bullen- und Bärenmärkte einem stetigen Wachstum weichen, das sich an den übrigen Finanzmärkten orientiert? In diesem Fall würden wir eine Entwicklung ähnlich der grünen Linie sehen.
Es liegt auf der Hand, dass sich Altcoins in diesem Szenario parallel zu Bitcoin weiter entwickeln werden. Wenn es Bitcoin gut geht, besteht für bestimmte Altcoin-Kategorien die Möglichkeit schneller Kursgewinne. Sollte Bitcoin über einige Quartale an Wert verlieren, werden es auch Altcoins schwer haben.
Im Fokus
Ripple investiert 50 Mio. $ in Lobbyverein
Ripple macht wieder von sich reden – diesmal mit der Gründung eines neuen Lobbyvereins in Washington, der National Cryptocurrency Association (NCA). Diese Organisation soll Kryptowährungen der breiten Öffentlichkeit, politischen Entscheidern und den Medien näherbringen.
Die NCA will erreichen, dass die Amerikaner Krypto verstehen: Was bewirken die digitalen Währungen? Und warum sind sie wichtig? Der Lobbyverein verzichtet auf Fachjargon und Versprechungen zum Gewinnpotenzial. Stattdessen liefert er Geschichten von echten Menschen. So solle durch Aufklärung und persönliche Beispiele Vertrauen und Akzeptanz entstehen, teilt der Verein mit.
Die NCA steht noch am Anfang, verfolgt aber ehrgeizige Ziele. Ripple stellt die gesamte Finanzierung bereit und investiert sofort 50 Mio. $ in das Projekt. Damit positioniert sich das Unternehmen erneut als ein Hauptakteur an der Schnittstelle zwischen Krypto und Politik.
Vergangene Woche startete die NCA eine Umfrage unter 10.000 Amerikanern in Zusammenarbeit mit dem renommierten Institut Harris Poll. Ergebnis: 76 % der Krypto-Nutzer glauben, dass die digitalen Investments ihr Leben positiv beeinflussen. Mehr als 80 % möchten außerdem die Entwicklung der Branche besser verstehen. Die Zahlen bestätigen laut NCA, dass viel Aufklärung und Differenzierung notwendig ist.
Das soll nun der neue Lobbyverein leisten – ohne großes Aufsehen, sondern mit Daten und Geschichten. Das ist ein völlig anderer Ansatz als bei früheren Versuchen, Kryptowährungen auf die politische Landkarte zu bringen. Damals ging es oft um Regulierung oder Rechtsstreitigkeiten. Ripple aber denkt langfristig: Zuerst steht das Vertrauen der Öffentlichkeit im Fokus und anschließend das Vertrauen der Gesetzgeber.
Sichtbarkeit zahlt sich für Ripple aus
Allerdings stößt die neue Organisation auch auf Skepsis. Ripple hat schon oft für Kontroversen gesorgt – etwa 2022, als der Anbieter über Greenpeace eine Anti-Bitcoin-Kampagne finanzierte. Diese sollte eine Debatte über den Energieverbrauch von Bitcoin entfachen. Die Kampagne erreichte dieses Ziel letztlich nicht, doch das Image blieb: Ripple hat ein begründetes Interesse daran, dass XRP auf Kosten anderer Coins im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.
So gesehen ist die NCA nicht nur ein Pro-Krypto-Club, sondern auch ein strategisches Instrument für Ripple. XRP ist seit Jahren eine der meistgehandelten Coins der Welt. Das liegt nicht nur an den Produkten, die das Unternehmen entwickelt hat, sondern hat auch mit Sichtbarkeit, Positionierung und intelligenter Politik zu tun.
Ein anschauliches Beispiel dafür lieferte zuletzt die US-Politik: In einem Beitrag auf Truth Social erwähnte Präsident Donald Trump XRP als Teil einer möglichen „strategischen Kryptoreserve“ der USA.
Ripple hat dieses Spiel bereits gespielt – mit durchwachsenem Erfolg. Aber niemand kann behaupten, das Unternehmen würde es nicht weiter versuchen. In einer Branche, in der Akzeptanz, Anerkennung und Legitimität immer wichtiger werden, kommt es möglicherweise genau darauf an.
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